Vollbluttransfusion – Status quo der Entwicklungen
Whole Blood Transfusion – The Current State of Developments
Markus Raidaa, Jan Ammanna, Diana Sauerb
a Department für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm
b Abteilung für Transfusionsmedizin und Hämotherapie, BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz
Zusammenfassung
Vollbluttransfusionen gewinnen zunehmend an Relevanz in der modernen Trauma- und Notfallmedizin. Nachdem Vollblut über Jahrzehnte hinweg weitgehend durch die separate Gabe von Blutkomponenten ersetzt wurde, führen neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie des hämorrhagischen Schocks sowie Erfahrungen aus militärischen Einsätzen zu einer erneuten Bewertung dieses Ansatzes.
Vollblut vereint Erythrozyten, Plasma, Gerinnungsfaktoren und Thrombozyten in einem einzigen Produkt und erfüllt damit zentrale Anforderungen der Volumen- und Gerinnungstherapie bei schwerer Blutung. Im Vergleich zur Komponententherapie kann durch den geringeren Anteil an Additivlösungen eine stärkere Verdünnung des zirkulierenden Blutvolumens vermieden werden, was potenziell Vorteile hinsichtlich der Gerinnungsfunktion, des Elektrolythaushalts und der Volumenbelastung bietet.
Besonders im militärischen Umfeld zeigen sich logistische Vorteile der Vollblutnutzung, da Lagerung, Transport und Anwendung einfacher sind und eine frühzeitige Transfusion ermöglicht werden. Konzepte wie Low-Titer-O-Whole-Blood (LTOWB) erleichtern den Einsatz als universell verfügbares Blutprodukt in Notfallsituationen. Zudem belegen Untersuchungen, dass gekühltes Vollblut über einen relevanten Zeitraum hinweg ausreichende funktionelle Eigenschaften beibehält. Insgesamt sprechen die bisherigen Erkenntnisse dafür, dass Vollblut insbesondere bei massivem Blutverlust eine effektive und praxisnahe Ergänzung zur etablierten Komponententherapie sein kann, wobei weitere Forschung zur Standardisierung und zur Langzeitbewertung weiterhin erforderlich bleibt.
Schlüsselwörter: Vollblut, hämorrhagischer Schock, Traumaversorgung, Militärmedizin, low-Titer-O-Whole Blood (LTOWB), Walking Blood Bank, Komponententherapie
Summary
Whole-blood transfusion is becoming increasingly important in modern trauma and emergency medicine. While whole blood was largely replaced by component therapy for many decades, new insights into hemorrhagic shock’s pathophysiology and extensive military experience have sparked renewed interest in this approach.
Whole blood combines red blood cells, plasma, clotting factors, and platelets into one product, addressing key needs for volume replacement and hemostatic therapy in severe hemorrhage. Compared to component therapy, the lower amount of additive solutions may reduce the dilution of circulating blood, potentially improving coagulation, maintaining electrolyte balance, and lowering the risk of transfusion-related circulatory overload.
These advantages are particularly significant in military settings, where logistical challenges often restrict access to conventional blood components. Whole blood requires simpler storage and transportation conditions and enables earlier transfusions in resource-limited environments. Concepts like low-titer group O whole blood (LTOWB) further support its use as a readily available universal blood product during emergencies. Additionally, studies demonstrate that cold-stored whole blood retains adequate functional properties for clinically relevant durations. Overall, current evidence suggests that whole blood can be an effective and practical addition to traditional component therapy for managing massive hemorrhage, though further research is needed to establish standardized protocols and evaluate long-term safety and efficacy.
Keywords: whole blood; hemorrhagic shock; trauma care; military medicine; low-titer-O-whole-blood (LTOWB); walking blood bank; component therapy
Einführung
Die Nutzung von Vollblut1 (engl. whole blood = WB) erlebte eine Renaissance zu Beginn der 2000er Jahre, als einzelne Militäreinheiten in weit überdehnten Einsatzräumen die Notwendigkeit zur Herstellung eigener Blutprodukte erkannten [49–51]. Die logistische Herausforderung bei der Versorgung solcher Einheiten mit Blutprodukten entstand hauptsächlich im Rahmen von Spezialkräfteoperationen. Kleine Teams mit hohem Verwundungsrisiko mussten das Überleben der Verwundeten über mehrere Stunden bis zum Erreichen einer sanitätsdienstlichen Behandlungseinrichtung sicherstellen. Es war unrealistisch, Blutkomponenten mit ihren speziellen Anforderungen an Lagerbedingungen für diese Art von Einsätzen anzuwenden. Das Generieren von frischem Vollblut durch passende Spender aus den eigenen Reihen erschien daher als eine rationale Option („walking blood bank“) [46].
In der chirurgischen Versorgung von Kriegsverletzten war bereits Jahrzehnte zuvor, beginnend im Zweiten Weltkrieg, Vollblut erfolgreich angewandt worden; es ermöglichte das Überleben zahlreicher junger Soldaten [34]. Bis in die späten 1960er Jahre war Vollblut die einzige Transfusionsoption [18]. In den Konflikten im Irak und in Afghanistan wurden bis 2010 zahlreiche Vollbluttransfusionen durchgeführt [51]. Diese erwiesen sich in den folgenden Jahren bis heute nicht nur als sicher, sondern anscheinend auch vorteilhaft gegenüber der Behandlung mit Blutkomponenten. Vollblut wird mittlerweile in verschiedenen Ländern zur Behandlung des hämorrhagischen Schocks auch in zivilen Traumazentren eingesetzt, darunter in den USA, Israel und mehreren skandinavischen Staaten [47].
Im University of Pittsburgh Medical Center wird WB seit einigen Jahren bei allen über 50-jährigen Patienten mit Hypotension nach schwerer Blutung erfolgreich verwendet. Die Sicherheit und die Rationale dieser Nutzung sind in diesem Umfeld nachgewiesen [18][37][59]. Diesem Beispiel folgen nun mehrere zivile Traumazentren, sowie prähospitale Rettungsdienste [44]. Der Wunsch nach Vollblut als primäres Volumenersatzmittel im hämorrhagischen Schock ist auch in Europa groß [1].
Dieser Übersichtsartikel ist als Standortbestimmung für die Verwendung von Vollblut im klinischen und militärischen Setting gedacht.
Vergleich Vollbluttherapie mit Komponententherapie
Die Vorteile der Nutzung von WB statt einzelner Blutkomponenten kommen in bestimmten Szenarien besonders zur Geltung, so zum Beispiel dort, wo eine robuste Versorgungskette nicht gewährleistet werden kann oder primär keine Blutprodukte vorhanden sind. Die Behandlung von Patienten im hämorrhagischen Schock nach einem Trauma führt häufig zur Transfusion größerer Mengen an Blut. Tiefergehendes Verständnis der Pathologien bei schweren Verletzungen führte zu einem Paradigmenwechsel in der Traumaversorgung [6][10][18]. Der Begriff der Damage Control Resuscitation (DCR) entstand (siehe auch den Artikel zu DCR in dieser Ausgabe). In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass eine frühe Transfusion von Plasma und Thrombozyten die Hämostase und das Überleben von Traumapatienten verbessert [19]. Die Empfehlungen zur Volumensubstitution bei Traumapatienten haben sich daher in den letzten Jahrzehnten hin zu einer vollblutähnlichen 1:1:1-Substitution aus Erythrozytenkonzentraten (EK), Plasma und Thrombozytenkonzentraten (TK) verändert [29].
Vollblut, ein ideales Blutprodukt?
Ein ideales Blutprodukt, welches im Umfeld schwerer, lebensbedrohlicher Blutungen eingesetzt werden soll, muss verschiedene Eigenschaften erfüllen (nach [18]):
- Es sollte das zirkulierende Blutvolumen erhöhen, um einen ausreichenden Perfusionsdruck zu gewährleisten.
- Es sollte Sauerstoff transportieren können.
- Es sollte die Blutgerinnung stabilisieren.
- Es sollte einfach in der Handhabung sein.
Vollblut erfüllt diese Kriterien nahezu vollumfänglich. Zusätzlich ist es in der Anwendung effizient, da es bei gleicher Menge einen hohen therapeutischen Effekt erzielt [18]. Umso wichtiger ist es daher, die etablierte Strategie der Komponentengabe mit der direkten Gabe von Vollblut unter Evidenzkriterien zu vergleichen.
Whole Blood versus Komponententherapie
Cruciani et al. untersuchten im Jahr 2020 Daten aus sieben Studien mit insgesamt 3642 Patienten, die die Therapie von Traumapatienten mit WB gegenüber Blutkomponenten verglichen. Davon erhielten 675 Patienten WB. Vier dieser Studien wurden an zivilen Traumazentren durchgeführt. Darin war die Therapie mit WB mit einer signifikant geringeren 30-Tage-Mortalität verbunden als die Komponententherapie; das 24-h-Überleben hingegen war in beiden Gruppen gleich [9]. Auch Smith et al. untersuchten den Einsatz von WB gegenüber Blutkomponenten bei 942 Traumapatienten im prähospitalen Bereich ziviler Flugrettungsdienste und konnten im 24-h-Überleben keinen Unterschied feststellen [44].
Brill et al. (2022) analysierten 1 377 Trauma-Patienten, die aufgrund eines schweren Traumas bereits prähospital sowie im Schockraum im hämorrhagischen Schock befanden. 840 Patienten erhielten WB, 537 eine reine Komponententherapie. Die Studie stellte ein um 60 % verbessertes 30-Tage-Überleben der Vollblutgruppe gegenüber der Komponentengruppe bei gleichzeitig geringerem Transfusionsbedarf insgesamt fest. Dabei wurde ausschließlich Low-Titer O whole blood (LTOWB) verwendet [5].
Geringerer Verdünnungseffekt gegenüber Komponententherapie
Ein wesentlicher Vorteil der Vollbluttherapie ist der geringere Anteil an Additivlösung im Vergleich zur 1:1:1-Komponententherapie. Je mehr konfektionierte Blutprodukte gegeben werden, umso stärker wird die Verdünnung des zirkulierenden Blutvolumens durch die enthaltenen Zusatzstoffe. Bei der Transfusion mit Blutkomponenten entfällt etwa ein Viertel des verabreichten Volumens auf diese sogenannten Additivlösungen. Ein Anteil der Antikoagulations- und Additivlösungen besteht aus Citrat, das in der Leber verstoffwechselt werden muss. Traumatische Leberinsuffizienz oder Hypothermie reduziert die Fähigkeit zum Citratabbau, wodurch die Calcium- und Magnesiumspiegel im zirkulierenden Blut absinken. Dies kann zu weiteren Koagulopathien und Herzrhythmusstörungen führen. Eine weitere mögliche Komplikation von Transfusionen bei starkem Blutverlust ist die Volumenüberladung durch die Gabe von Blutprodukten (transfusion-associated circulatory overload, TACO), daher gilt es, jedes unnötige Volumen zu vermeiden [29].
Ein weiterer Vorteil ist das – wenn auch reduzierte – Vorhandensein von Thrombozyten in frisch gewonnenem WB, wohingegen Thrombozytenkonzentrate (TK) unter ständiger, sanfter Agitation gelagert werden müssen und oftmals im Prozess der Massentransfusion zu gering eingesetzt werden.
Militärische Anwendung von WB
Mehr als 10 000 Transfusionen von WB allein in den Konflikten im Irak und in Afghanistan haben dessen Anwendung in der taktischen Medizin vollständig etabliert [17]. Die Leitlinien des Committee on TCCC (Tactical Combat Casualty Care) empfehlen seit mehreren Jahren die Gabe verschiedener Vollblutprodukte zur Therapie des hämorrhagischen Schocks deutlich vor der Transfusion von Blutprodukten [8]. Diese Leitlinien sind maßgeblich für die ausgebildeten Verfahren zur Versorgung von Verwundeten in einigen Ländern. Auch die Ausbildung deutscher Sanitäter sowie von Polizei und Feuerwehr- sowie anderem in Gefahrenlagen eingesetzten Personal orientiert sich in weiten Teilen an diesen Grundsätzen.
Zahlreiche Fallberichte beschreiben nicht nur die Verabreichung gekühlten, zuvor gewonnenen Vollblutes, sondern auch die Transfusion im Einsatz gewonnenen frischen Vollblutes (Engl. Fresh Whole Blood = FWB). Auch in aktuellen militärischen Konflikten, zum Beispiel im Krieg in der Ukraine, ermöglicht die Transfusion vor Ort gewonnenen Vollblutes, dass Verwundete die oft weit entfernten Behandlungseinrichtungen überhaupt erst lebend erreichen können. Eine weitere Versorgung durch medizinisches Fachpersonal wäre ohne prähospitale Hämotherapie in vielen Fällen gar nicht möglich.
Logistische Vereinfachung führt zu besserer Therapie
Vollblut enthält Sauerstoffträger, Plasmavolumen, Gerinnungsfaktoren sowie in reduzierter Menge funktionsfähige Thrombozyten in einem Beutel. Es stellt deutlich geringere Ansprüche an die Lagerung und den Platzbedarf als konventionelle Blutprodukte. Gerade für die militärische Nutzung sind diese Vorteile entscheidend, da sie Transfusionen unterhalb großer Behandlungseinrichtungen, daher in Role 1 und 2 möglich machen. Shackelford et al. konnten zeigen, dass durch diese logistische Vereinfachung Transfusionen deutlich früher durchgeführt werden können und einen entscheidenden Überlebensvorteil in militärischen Einsätzen bieten [27][38]. Im Gegensatz zu den Studien an zivilen Traumazentren kommt hierbei der logistische Vorteil von WB zum Tragen, sodass die 24-h-Mortalität bei der Verwendung von WB in dieser Konstellation reduziert scheint.
Die militärische Nutzbarkeit von Arzneimitteln ist häufig durch Abweichungen von den vorgegebenen Lagerungsbedingungen eingeschränkt. Klimatische Einflüsse in Verbindung mit Ausfall temperaturstabilisierender Anlagen könnten ganze Depots unbrauchbar machen. Kurzfristige Abweichungen der Lagerungstemperatur um etwa +10°C wirken sich jedoch nicht negativ auf die Haltbarkeit von Vollblutkonserven aus. Sivertsen et al. exponierten gekühlte Vollblutkonserven vier Stunden pro Woche einer 28 °C warmen Umgebung und stellten nach 35 Tagen keine Unterschiede gegenüber durchgängig gekühlten Konserven fest. Dies betraf weder ihre hämostatische Funktion noch ihre Sauerstofftransportkapazität [42].
Eine Exposition bei 32 °C über 2 h hingegen hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Qualität des Vollblutes [41]. Das Potenzial der Bakterienvermehrung bei einer möglichen Kontamination ist freilich höher, je näher an 37 °C die Konserventemperatur liegt.
Abb. 1: Durchgängig gekühltes WB versus zyklisch erwärmtes WB (aus [42])
„Universalblut“ – Low titer O whole blood (LTOWB)
Zur Vereinfachung logistischer Abläufe, zur Erhöhung der Transfusionssicherheit bei einem Massenanfall von Verwundeten und zur besseren Verfügbarkeit von WB wurde seit einigen Jahren an Universalblut geforscht. Die Streitkräfte verschiedener Länder, u. a. USA, Norwegen, CAN, UK, FRAU, NDL, haben bereits feste Verfahren zur standardisierten Versorgung ihrer Soldaten mit Vollblut eingerichtet. Dabei ist die Nutzung von niedrig-titrigem Vollblut der Blutgruppe 0 (Low titer O whole blood, LTOWB)2 als universell einsetzbares WB auch bei unbekannter Blutgruppe des Empfängers empfohlen (siehe [8]).
Bei der Übertragung von WB müssen zwei potenzielle Mechanismen der Inkompatibilität betrachtet werden: Die Übertragung inkompatibler Spender-Erythrozyten, gegen die beim Empfänger Antikörper im Blut vorhanden sind, führt zu einer ausgeprägten Hämolyse. Dieser Major-Reaktion genannte Vorgang ist lebensbedrohlich und unter allen Umständen zu vermeiden. Werden dem Empfänger mittels Vollblutes oder Plasma allerdings Antikörper gegen Oberflächenantigene seiner eigenen Erythrozyten transfundiert, ist der Effekt aufgrund der Verdünnung im zirkulierenden Empfängerblutvolumen erheblich weniger stark ausgeprägt und wird daher auch Minor-Reaktion genannt. Enthält das transfundierte Blutprodukt sehr hohe Antikörperkonzentrationen, kann diese Reaktion jedoch auch lebensbedrohlich sein.
Bezogen auf die natürlichen Antikörper gegen die ABO-Merkmale, die sogenannten Isoagglutinine Anti-A und Anti-B, sollten diese im LTOWB möglichst niedrig sein. In einigen Publikationen wurde ein Titer von kleiner/gleich 1:100 für IgM-Antikörper und kleiner/gleich 1:400 für IgG-Antikörper bei den Spendern empfohlen [11][13][59]. Die durchgeführte Praxis und deren Auswertung sowie weitere Forschungsergebnisse konstatieren mittlerweile einen Titer von 1:256 für beide Antikörperklassen als sicher [18]. In Untersuchungen wiesen bei Nutzung dieser Schwelle 70–80 % der Spender mit der Blutgruppe O einen niedrigen Anti-A und Anti-B-Titer auf [3][14][15]. Die Titer sind nicht statisch und sinken mit zunehmendem Alter ab, sie scheinen jedoch innerhalb kleiner Schwankungen über längere Zeiträume bis zu einem Jahr stabil zu sein [3].
Die zivile Flugrettung in UK nutzt seit Kurzem LTOWB, dessen Risiken und Nutzen im Vergleich zu Komponententherapie wurden kürzlich an knapp 1 000 Patienten durch Smith et al. (2026) dargestellt. Es konnte kein signifikanter Nachteil des logistisch deutlich einfacher zu nutzenden LTOWB gefunden werden [44].
Der Einsatz von Vollblut der Blutgruppe O mit niedrigem Antikörpertiter (LTOWB) als Universalspenderblut ist daher möglich und hat sich insbesondere im militärischen Kontext als sicher und lebensrettend erwiesen [3][5][29][39][48][59].
Lagerung von Vollblut
Vor allem für die zivile Nutzung ist gekühltes Vollblut deutlich attraktiver als FWB, das ungekühlt unter Umständen bis zu 72 h genutzt werden kann [18]. Gewonnenes Vollblut kann bei konstanter Kühlung auf 2–6 °C in verschiedenen Lösungen gelagert werden (engl. cold-stored whole blood, CSWB). Eine Agitation scheint dabei nicht von Vorteil zu sein und CSWB kann ruhend gelagert werden [33][59]. Üblicherweise wird für FWB angegeben, 24 h Lagerung bei Raum Temperatur (22°C) nicht zu überschreiten [52]; einzelne Untersuchungen beobachteten längere Haltbarkeiten [55].
Wenig Bedeutung verschiedener Additive
Dabei ist es von geringer Bedeutung, welche Additivlösung verwendet wird. Es wurde kein nennenswerter Unterschied zwischen gängigen Lösungen wie CPD, CP2D und CPDA-1 festgestellt [21]. Verschiedene Studien lassen eine Lagerung bis mindestens 21 Tage als sicher erscheinen, wobei die enthaltenen Blutbestandteile mit hoher Aktivität erhalten bleiben [21][25][28]. Für das am häufigsten verwendete CPD wird eine Haltbarkeit von 21 Tagen angegeben. CPDA-1 enthält zusätzlich Adenin und 25 % mehr Dextrose als CPD. Im US-amerikanischen Programm zur Bereitstellung von Blutprodukten für Einsätze (Armed Services Blood Program) wird Vollblut bei 1–6 °C in CPD oder CP2D für 21 Tage gelagert und in CPDA-1 für 35 Tage [2].
Thrombozytenerhalt
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Funktion der enthaltenen Thrombozyten. So stellt man fest, dass sich deren Anzahl pro Tag durch Agglutination um etwa 1–2 % des Ausgangswertes reduziert. Bis zu 15 Tage gekühlte Lagerung wirkt sich jedoch nur unwesentlich auf die Gerinnselbildung aus [20][58]. Die Funktion gekühlter Thrombozyten ist in vivo nach Transfusion nur von kurzer Dauer [22], ihre Funktion jedoch ist, zumindest in vitro, deutlich besser als unter Agitation und bei 22–24 °C gelagerte Thrombozyten [16][18][24][30]. Die kurzanhaltende Funktion gekühlter Thrombozyten nach der Transfusion mag jedoch zur Therapie des hämorrhagischen Schocks von geringer Bedeutung sein, da sie unmittelbar in der Gerinnung verbraucht werden [18][36]. Plasma und Erythrozyten scheinen den Thrombozytenmetabolismus in Kombination zu verbessern. Rote Blutzellen stellen dabei Sauerstoff zur Verfügung und reduzieren den Gehalt an Stickoxiden. Insgesamt scheinen diese Abläufe die Thrombozyten zu nutzen [7][35] und damit deren Erholung und Überleben generell nach der Transfusion von WB im Vergleich zur Apherese-TK zu verbessern [43][53]. In der praktischen Betrachtung auf eine militärische Anwendung rückt dieser Sachverhalt jedoch in den Hintergrund, da die logistischen Herausforderungen bei der Lagerung und dem Transport von Thrombozytenkonzentraten deren Nutzung nur für sanitätsdienstliche Behandlungseinrichtungen oberhalb einer Role 3 überhaupt möglich machen.
Es wird derzeit an unterschiedlichen Zusätzen geforscht, die die Thrombozytenfunktion und -anzahl über längere Zeiträume hinweg konservieren sollen [35]. Die Zugabe von apoptotischen und nekrotischen Inhibitoren führt zwar zu einem verbesserten Erhalt der Thrombozytenanzahl, jedoch zu keiner Verbesserung ihrer Funktion [31].
Spenderauswahl
Intensive Gefechte in Verbindung mit ausgedehnten Frontabschnitten können zu einem Verwundetenaufkommen führen, das die vorgeplanten Kapazitäten an Blutprodukten überschreitet. Genauso können kleinere Einheiten, die relativ autark operieren, in die Situation kommen, auf Blutprodukte angewiesen zu sein. In beiden Fällen ist es erforderlich, Blut vor Ort zu gewinnen. Das Personal, das zu einer solchen Spende herangezogen wird, sollte im Idealfall aus den Unterstützungskräften oder anderen nicht kämpfenden Einheiten stammen. Die Transfusionssicherheit wird dabei entscheidend erhöht, wenn jene potenziellen Spender bereits im Inland kurz vor dem Einsatz hinsichtlich ihrer Blutgruppe, blutübertragbarer Erkrankungen und im Falle der Nutzung von LTOWB in Bezug auf ihren Anti-A- und Anti-B-Titer untersucht wurden (sogenannter prescreened donor pool). Es obliegt dem taktischen Führer dieser Einheiten, zu entscheiden, ob er Soldaten von dieser Spende entbehren kann und wen er dafür einsetzen kann. Es ist dabei entscheidend, inwieweit Spender im Anschluss ihrem militärischen Auftrag nachkommen können.
Mehrere Studien untersuchten bislang die Leistungseinbußen der Spender nach einer Abnahme von knapp 500 ml Vollblut. Im Kontext militärischer Fähigkeiten wie Schießen oder anderen Konzentrationsaufgaben zeigten sich keine relevanten Unterschiede vor oder nach der Blutspende. Die aerobe Leistungskapazität nimmt bei einem Kollektiv physisch fitter Probanden um etwa 10 % ab, wohingegen die anaerobe Kapazität gleichbleibt [12][23][54].
Zur Vermeidung von antikörpervermittelten Transfusionsreaktionen wie des transfusionsassoziierten akuten Lungenversagens (transfusion-associated lung injury, TRALI) sollten männliche Spender oder Frauen, die noch nie schwanger waren, bevorzugt werden [18].
Maßnahmen zur Erhöhung der Transfusionssicherheit
Es ist wichtig zu betonen, dass die Sicherheit jeder Vollbluttransfusion von verschiedenen Faktoren abhängt. Jeder Anwender muss sich vor der Gabe von Blutprodukten vergewissern, dass diese die definierten Standards erfüllen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Komplikationen in erheblichem Maße verringert.
Diese Standards sind [29]:
- Vermeidung übertragbarer infektiöser Erkrankungen,
- passende Spenderauswahl,
- Sicherstellung der Haltbarkeit und der Kompatibilität des Blutprodukts,
- eindeutige Empfängeridentifizierung,
- Einhaltung hygienischer Standards bei Abnahme und Transfusion,
- Vorbereitung auf das Eintreten, schnelle Diagnose und symptomatische Therapie möglicher Transfusionskomplikationen,
- evidenzbasierte Regelungen zur Lagerung, Transport und Verfall von Blutprodukten,
- klare Algorithmen zur Feststellung der Transfusionsbedürftigkeit,
- Verwendung qualifizierter Transfusionssets sowie
- Berücksichtigung möglicher Leistungseinschränkungen der Spender nach der Spende in der weiteren Mission.
Auftreten von Transfusionsreaktionen
Vollblut enthält alle Bestandteile des Blutes. Zur Reduktion der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von immunvermittelten, hämolytischen Transfusionsreaktionen wird vielerorts, und damit auch im deutschen Rechtsraum, Vollblut erst nach Depletion der Leukozyten mittels eines Filters transfundiert. Nach einer Nutzen-Risiko-Evaluation hinsichtlich potenzieller Reaktionen einerseits und des Zeitverzugs durch die Filtration andererseits haben sich andere Nationen bewusst gegen Systeme mit Filter entschieden. Dies geschah zugunsten der schnelleren Gewinnbarkeit und Transfundierbarkeit von FWB in einem Remote-Damage-Control-Resuscitation (RDCR)-Szenario [29][46][49].
Leukozytendepletion
Vollblut enthält zunächst auch Leukozyten; diese werden in der konventionellen Nutzung von Blutprodukten im Herstellungsprozess durch geeignete Filter depletiert. Leukozytendepletionsfilter verringern die Anzahl der übertragenen Leukozyten drastisch (< 1*106/Einheit) [29].
Die Leukozytendepletion verringert in hohem Maße das Auftreten der febrilen nicht hämolytischen Transfusionsreaktion (FNHTR); diese ist jedoch meist milde, selbstlimitierend und daher im Rahmen der vital indizierten Notfalltransfusion von untergeordneter Bedeutung. Weitere immunvermittelte Reaktionen, wie zum Beispiel die transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Disease (TA-GvHD) oder die Übertragung leukozytenständiger Viren, wie des HTLV, sind selten und treten vor allem bei immuninkompetenten Empfängern auf.
Der negative Einfluss von Leukozyten bei der Transfusion von Vollblut im hämorrhagischen Schock lässt sich aufgrund der multifaktoriellen klinischen Situation nicht eindeutig feststellen. Extrem seltene schwerwiegende leukozytenvermittelte Transfusionsreaktionen in diesem Zusammenhang sind nicht absolut sicher auszuschließen, erscheinen jedoch in der akuten vitalen Bedrohung vertretbar.
Der Einfluss des Vorhandenseins von Leukozyten in gelagerten Vollblutkonserven wird unterschiedlich gewertet. Ein negativer Einfluss auf die Funktion der anderen Bestandteile kann nicht eindeutig nachgewiesen werden [40]. Eine Leukozytendepletion wirkt sich jedoch positiv auf die Haltbarkeit von Erythrozyten und Thrombozyten in Konserven aus [4][26][32][41][56][60].
Die meisten auf dem Markt verfügbaren Filter depletieren neben den Leukozyten auch die Thrombozyten. Die Auswahl an thrombozytensparenden Filtern ist äußerst begrenzt, selbst dann ist ein Verlust von 10–20 % der Thrombozyten zu verzeichnen [45][57]. Bei der Gewinnung von Vollblut ad hoc und bei unmittelbar dringend erforderlicher Transfusion als lebensrettende Maßnahme führt diese Filtration zu einem wesentlichen Zeitverlust. Ihr Weglassen verkürzt die Zeit von der Punktion bis zum fertigen Produkt um etwa 50 % [29].
Infektionsübertragung durch Vollblut
Hinsichtlich der Übertragung von Infektionserkrankungen ist die Transfusion von Vollblut insgesamt sicher [5]. Statistisch ist das Risiko sogar geringer, da zur Herstellung von Vollblut nur ein Spender erforderlich ist, während es bei einer 1:1:1-Transfusion drei Spender sind.
Pathogeninaktivierung
Pathogeninaktivierung hat das Ziel, das Risiko transfusionsübertragener Infektionen zu reduzieren. Die meisten eingesetzten Methoden beeinflussen auch die Proteine und andere Zellbestandteile der gewünschten Vollblutanteile. Bezogen auf das Plasma zeigt sich eine Reduktion der Aktivität von Gerinnungsfaktoren um bis zu 44 % durch die Anwendung von Riboflavin und UV-Licht [35]. Die Aktivität von roten Blutzellen scheint hingegen unbeeinflusst zu sein und sich nicht von der bestrahlter Erythrozytenkonzentrate zu unterscheiden [60]; diese Technik verfügt über eine CE-Zertifizierung und scheint insbesondere in Gegenden relevant zu sein, in denen der Zugang zu Blutkomponenten und deren Herstellung erschwert ist und es eine hohe Anzahl bspw. HIV- oder malariainfizierter potenzieller Spender gibt [18].
Fazit
- Im Vergleich zur Komponententherapie bietet Vollblut logistische Vorteile, geringere Verdünnungseffekte und eine effizientere Anwendung.
- Studien deuten darauf hin, dass Vollbluttransfusionen bei Traumapatienten mindestens vergleichbare, wahrscheinlich bessere Überlebensraten als die klassische Komponententherapie aufweisen.
- Besonders im militärischen Kontext ermöglicht Vollblut eine frühzeitige Transfusion unter eingeschränkten logistischen Bedingungen und kann dadurch die Überlebenschancen von Verwundeten erhöhen.
- Das Konzept des Low-Titer-Group-O-Whole-Blood (LTOWB) soll in vielen Notfallsituationen eine nahezu universelle Verwendung von Vollblut ermöglichen.
- Gekühltes Vollblut ist unter geeigneten Lagerbedingungen über mehrere Wochen funktionell stabil und damit eine praktikable Option für präklinische und militärische Versorgung.
- Eine sorgfältige Spenderauswahl und die Einhaltung transfusionsmedizinischer Standards sind entscheidend für die Sicherheit der Anwendung.
- Konzepte wie die Walking Blood Bank sollen in Extremsituationen die Verfügbarkeit von Blutprodukten sicherstellen.
- Trotz vielversprechender präklinischer Ergebnisse besteht weiterhin Forschungsbedarf und es fehlt eine Standardisierung, insbesondere hinsichtlich der Lagerung, der Thrombozytenfunktion und optimaler Einsatzstrategien.
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1 Da die Abkürzung WB (whole blood) für Vollblut internationaler Standard ist, wird auch in diesem Artikel Vollblut mit WB abgekürzt.
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2 Im internationalen Sprachgebrauch wird statt der Ziffer 0 der Buchstabe O für die Blutgruppe „0“ verwendet. Der Beitrag übernimmt diese internationale Schreibweise.
Manuskriptdaten
Zitierweise
Raida M, Ammann J, Sauer D. Vollbluttransfusion – Status quo der Entwicklungen. WMM 2026;70(5):214-220.
DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-875
Für die Verfasser
Oberstabsarzt Dr. Markus Raida
Department für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie
Bundeswehrkrankenhaus Ulm
Oberer Eselsberg 40, 89081 Ulm
E-Mail: markusraida@bundeswehr.org
Manuscript Data
Citation
Raida M, Ammann J, Sauer D. Whole blood transfusion – the current state of developments. WMM 2026;70(5E):5.
DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-876
For the Authors
Major (MC)Dr. Markus Raida
Department of Anesthesiology, Intensive Care, Emergency Care, Pain Treatment
Bundeswehr Hospital Ulm
Oberer Eselsberg 40, D-89081 Ulm
E-Mail: markusraida@bundeswehr.org
Die Vollblut-Ausbildung im Sanitätsdienst der Bundeswehr –
Konzept, Implementierung und Qualifikationsprofil
Whole Blood Training Program in the Bundeswehr Medical Service – Concept, Implementation, and Qualification Profile
Martin Teufela, Diana Sauerb, Christoph Jänigc, Jens Preind, Tobias Markmeyerd, Jan Ammanne
a Ausbildungs- und Simulationszentrum, Sanitätsregiment 3 Dornstadt
b Abteilung für Transfusionsmedizin, BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz
c Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz
d Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst Leer
e Department für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm
Zusammenfassung
Traumatische Hämorrhagie zählt zu den führenden vermeidbaren Todesursachen im militärischen und zivilen Umfeld. Logistische Restriktionen, verlängerte Evakuierungszeiten und limitierte Infrastruktur können insbesondere in militärischen Einsatzszenarien die Verfügbarkeit komponentenbasierter Blutprodukte erheblich einschränken. Vor diesem Hintergrund gewinnt die strukturierte Anwendung von Vollblut zunehmend an Bedeutung. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat hierzu ein standardisiertes, interprofessionelles Ausbildungskonzept zur Vollblutspende und -transfusion im Einsatz etabliert. Ziel ist die Befähigung von ärztlichem sowie qualifiziertem nichtärztlichem Personal zur regelkonformen Gewinnung, Herstellung und Anwendung von Vollblut unter auch ressourcenlimitierten Einsatzbedingungen. Die Ausbildung ist simulationsgestützt, curricular strukturiert und konsequent in das transfusionsrechtliche Normenwerk eingebettet.
Der Beitrag beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Ausbildungsstruktur, die Prüfungsmodalitäten sowie die Qualifikationsanforderungen und ordnet das Konzept in den wehrmedizinischen Kontext ein.
Schlüsselwörter: Vollblut, Notfalltransfusion, militärische Medizin, Hämotherapie, Ausbildung, Transfusionsrecht, Simulationstraining
Summary
Trauma-related hemorrhage remains one of the leading preventable causes of death in both military and civilian settings. Logistical constraints, longer evacuation times, and limited infrastructure can significantly restrict the availability of component-based blood products, especially in deployed military environments. In this context, structured whole blood transfusion strategies are becoming increasingly important. The Bundeswehr Medical Service has developed a standardized, team-based training program for whole blood donation and transfusion. The program trains physicians and selected non-physician medical personnel to collect, process, and administer whole blood in operational conditions, in accordance with transfusion law. The curriculum is simulation-based, competency-oriented, and fully integrated within the regulatory framework. This article describes the legal background, training structure, exam procedures, and qualification requirements, and places the concept within the broader scope of military medicine.
Keywords: whole blood; emergency transfusion; military medicine; hemotherapy; training; transfusion law; simulation-based training
Einleitung
Die unkontrollierte Blutung bleibt eine der häufigsten vermeidbaren Todesursachen im militärischen wie zivilen Umfeld [5][10]. Eine frühzeitige Hämotherapie ist zentraler Bestandteil der Damage-Control-Resuscitation (DCR) und beeinflusst Morbidität und Mortalität maßgeblich [9].
Vollblut vereint Erythrozyten, Plasma und – je nach Herstellungsverfahren – Thrombozyten in einem physiologischen Verhältnis und gilt den aktuellen Empfehlungen zufolge als First-Line-Therapie in der taktischen Medizin [12]. Die strukturierte Anwendung von Vollblut in Deutschland gewinnt im zivilen Bereich [3][11], insbesondere aber im militärischen Kontext zunehmend an Bedeutung [7][8].
International wird die Implementierung von Vollblutprogrammen in zivilen Bereichen der Notfallmedizin aktiv vorangetrieben. Beispielhaft sind das Norwegian Blood Preparedness Project [1] sowie das Vollblutprogramm der Royal Caribbean Cruise Lines [6].
Die Durchführung von Blutspenden und Transfusionen unterliegt in Deutschland den verbindlichen Vorgaben des Transfusionsgesetzes sowie der Richtlinie zur Hämotherapie der Bundesärztekammer; dies gilt uneingeschränkt auch im militärischen Bereich.
Vor diesem Hintergrund hat der Sanitätsdienst der Bundeswehr eine standardisierte, interprofessionelle Ausbildung zur Vollblutspende und -transfusion etabliert, um Personal mit unterschiedlichen Qualifikationen zur regelkonformen Gewinnung, Herstellung, Indikationsstellung und Anwendung von Vollblut zu befähigen. Der vorliegende Beitrag beschreibt die Struktur, Inhalte und das Qualifikationsprofil dieser Ausbildung und ordnet sie in den wehrmedizinischen sowie transfusionsrechtlichen Kontext ein.
Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
Die Durchführung von Blutspenden, Transfusionen und die Anwendung von Blutprodukten sind in Deutschland umfassend gesetzlich geregelt. Auch im militärischen Kontext unterliegen die Gewinnung, Herstellung und Anwendung von Blutprodukten den zivilrechtlichen Vorgaben. Ziel dieser Rechtsnormen, Leitlinien und Vorschriften ist es, ein Höchstmaß an Sicherheit für Spenderinnen und Spender sowie für Empfängerinnen und Empfänger von Blutprodukten zu gewährleisten.
Für den Sanitätsdienst der Bundeswehr ergibt sich daraus die Verpflichtung, auch unter Einsatzbedingungen, die grundlegenden Prinzipien von Qualität, Sicherheit und Rückverfolgbarkeit einzuhalten. Die Ausbildung zur Vollblutspende und -transfusion orientiert sich daher konsequent an den anerkannten Standards der Transfusionsmedizin sowie an den daraus abgeleiteten dienstlichen Vorgaben.
Ausbildung
Überblick
Ziel der Ausbildung ist es, den Teilnehmenden das erforderliche theoretische Wissen sowie die praktischen Handlungskompetenzen zu vermitteln, um eine Notfalltransfusion beziehungsweise eine notfallmäßige Blutspende einschließlich der Herstellung einer transfusionsfähigen Vollblutkonserve sicher durchführen zu können. Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in organisatorische und strukturelle Abläufe der Qualitätssicherung und werden in Fragen der Sicherheit von Vollblutprodukten, einschließlich relevanter infektiologischer Aspekte, geschult.
Das zentrale Merkmal des Ausbildungskonzeptes ist der interprofessionelle Ansatz. Die Befähigung zur Gewinnung und Anwendung von Vollblut in militärischen Einsätzen der Bundeswehr ist nicht ausschließlich auf ärztliches Personal beschränkt, sondern wurde unter definierten rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen auch auf qualifiziertes nichtärztliches Fachpersonal erweitert. Dadurch soll die Verfügbarkeit von Vollblut auch unter extremen Einsatzbedingungen sichergestellt werden.
Zur Ausbildung zum „Anwender Vollblutspende“ sind grundsätzlich folgende Personengruppen zugelassen:
– ärztliches Personal,
– besonders geeignete Fachkrankenpflegerinnen und Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin,
– besonders geeignete Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie
– besonders geeignete Einsatzsanitäterinnen und Einsatzsanitäter (insbesondere Combat First Responder C oder vergleichbare Qualifikationen).
Mit der Revision der Verfahrensanweisung zur Durchführung der Gewinnung und Anwendung von Vollblut bei militärischen Einsätzen der Bundeswehr im Jahr 2026 wird zusätzlich Fachkrankenpflegepersonal der Notfallpflege einbezogen.
Die Gültigkeit der Qualifikation ist zeitlich befristet und beträgt für ärztliches Personal 36 Monate sowie für alle übrigen Teilnehmenden 24 Monate.
Im Jahr 2022 fanden erste Pilottrainings zur Anwenderausbildung statt, zunächst für Spezial- und spezialisierte Kräfte der Bundeswehr. Aufbauend auf diesen Erfahrungen entwickelte die Experten-Arbeitsgruppe Vollblut am Ausbildungs- und Simulationszentrum des Sanitätsregiments 3 im Jahr 2023 die curriculare Ausbildung „Vollblutspende-Anwender“, die anschließend im Rahmen einer Pilotphase erprobt wurde. Seit 2024 ist die Ausbildung Bestandteil des offiziellen Trainingskatalogs der Bundeswehr.
Im Jahr 2025 wurde zusätzlich eine komprimierte, zweitägige Ausbildungsvariante für Fachärztinnen und Fachärzte für Anästhesiologie mit der Fortbildung zur Qualifikation als Transfusionsbeauftragte etabliert. Die Leistungsüberprüfungen entsprechen in Inhalt und Form denen der regulären Anwenderausbildung. Ergänzend kommt ein curricular eingebettetes E-Learning-Format zur Anwendung.
Bislang haben insgesamt etwa 260 Personen die reguläre Anwenderausbildung durchlaufen, vom Stabsunteroffizier bis zum Oberstarzt. Davon entfielen 27 % auf ärztliches und 73 % auf nichtärztliches Personal. Die durchschnittliche Bestehensquote lag bei knapp 87 % (n = 226). Zwölf Fachärztinnen und Fachärzte absolvierten bislang die verkürzte Ausbildungsvariante mit einer Bestehensquote von 100 %.
Die Anwender-Ausbildung
Die Ausbildung basiert auf der Theorie des erfahrungsbasierten Lernens nach Kolb [2] und ist konsequent simulationsgestützt konzipiert. Ziel ist die Entwicklung von Handlungssicherheit unter realitätsnahen Bedingungen.
Ergänzend wurde ein E-Learning-Modul auf Basis von Moodle über die Plattform „link&learn“ implementiert. Durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien, vertiefender Literatur sowie Lehrvideos konnte insbesondere das theoretische Grundlagenverständnis der nichtärztlichen Teilnehmenden verbessert werden. Die vorbereitende Lernphase schließt mit einem obligatorischen Online-Pre-Test ab. Das Ergebnis ist keine formale Teilnahmevoraussetzung, ermöglicht jedoch eine differenzierte Lerngruppenanalyse sowie eine gezielte Anpassung der Präsenzlehre.
Die einwöchige Präsenzphase umfasst 16 Unterrichtseinheiten zu theoretischen Inhalten sowie 15 Unterrichtseinheiten praktischer Ausbildung in Kleingruppen. Den Abschluss bildet eine Einzelprüfung vor einer Prüfkommission mit schriftlichen, praktischen und mündlichen Anteilen. Der zeitliche Gesamtumfang beträgt etwa zwei bis zweieinhalb Stunden pro Teilnehmer.
Theoretische Ausbildungsinhalte
Die theoretische Unterrichtung umfasst unter anderem:
• Physiologie der Hämorrhagie und des Schocks einschließlich Grundlagen der Hämostase und Gerinnungsdiagnostik,
• Blutprodukte und gerinnungsmodulierende Medikamente sowie Konzepte der Massivtransfusion,
• Immunhämatologie einschließlich Blutgruppeneigenschaften (ABO, Rhesus, Kell), Blutgruppenbestimmung und klinisch-chemischer Diagnostikverfahren einschließlich Probenversand und -transport,
• transfusionsrelevante Infektiologie einschließlich Diagnostikverfahren, Risikobewertung, Transfusionsreaktionen und Management unerwünschter Ereignisse,
• algorithmusbasierte Indikationsstellung von (Massiv-)Transfusionen,
• Spenderauswahl und leitliniengerechte Durchführung der Blutspende einschließlich Leistungsfähigkeit nach Spende,
• Dokumentation auf Spender- und Empfängerseite,
• rechtliche Grundlagen einschließlich einschlägiger Leitlinien, Empfehlungen und Dokumentationsanforderungen sowie
• Logistik und sachgerechter Umgang mit Blutprodukten (komponentenbasierte Produkte und Vollblut).
Die theoretische Ausbildung beginnt mit der E-Learning-Phase, die anschließende Präsenzlehre erfolgt im geschlossenen Hörsaalrahmen. Die praktische Ausbildung ist inhaltlich eng mit den theoretischen Modulen verzahnt und nimmt im Verlauf des Kurses kontinuierlich zu. Ab dem dritten Ausbildungstag steht die szenariobasierte Durchführung des gesamten Ablaufs – von der Indikationsstellung bis zur Transfusion – im Mittelpunkt.
Die praktische Ausbildung erfolgt in Kleingruppen von drei bis vier Soldaten, jeweils begleitet von einem Instruktor. Das Instruktorenverhältnis beträgt jeweils ein ärztlicher und ein nichtärztlicher Instruktor pro sechs Teilnehmende (Abbildung 1).
Abb. 1: Deutscher Soldat bei der Durchführung der Vollblutspende im Rahmen der Ausbildung, hier beim Beginn der Leukozyten-Depletion nach der Blutabnahme (Quelle: Mediendatenbank der Bundeswehr)
Praktische Ausbildungsinhalte
Die praktische Ausbildung umfasst folgende Schritte:
• Indikationsstellung anhand des vorliegenden Algorithmus,
• Empfängerseitige Bestimmung der ABO-, Rhesus- und Kell-Blutgruppe einschließlich der Anwendung von marktverfügbaren Bedside-Tests,
• Darauf aufbauende Spenderauswahl, Spenderanamnese, Aufklärung und Bewertung bzw. Feststellung der Tauglichkeit zur Blutspende einschließlich einer Priorisierung von Spendern bei MANV-Lagen,
• Durchführung der Vollblutspende einschl. Gewinnung von Rückstellproben,
• Diagnostik auf HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis, inkl. Durchführung Schnelltest-basierter Infektionsserologie als Point-of-Care-Diagnostik hierfür,
• Spenderseitige Bestimmung der ABO-, Rhesus- und Kell-Blutgruppe einschließlich der Anwendung von marktverfügbaren Bedside-Tests, und
• Leukozytendepletion und Herstellung / Beschriftung des endgültigen Transfusionsproduktes einschl. empfänger- und spenderseitiger Dokumentation sowie
•Transfusion des fertigen Vollblutprodukts unter Blutgruppenbestätigung.
Eine Punktion an Teilnehmenden erfolgt ausschließlich freiwillig. Die maximale Spendenmenge ist auf 150 ml pro Person begrenzt. Eine autologe Retransfusion wird nicht durchgeführt. Die Ausbildung findet an derzeit gerüsteten Blutspendesystemen statt (Abbildung 2).
Abb. 2: Materialübersicht der Vollblutspende mit Spender-, Empfänger- und Testkomponenten sowie dem vorbereiteten System inklusive Punktionssimulator und Kunsthaut (Quelle Bundeswehr, A. Schmidt)
Simulation und Szenarioausbildung
Die Ausbildung erfolgt mit vorbereiteten Blutspendesystemen. Das Füllgewicht wird mittels Federwaage kontinuierlich kontrolliert (Sollwert: 475 g ± 10 %), um eine realitätsnahe Produktqualität abzubilden.
Im Rahmen der simulationsbasierten Ausbildung und Prüfung gilt es, neben einer möglichst realistischen Punktionsmöglichkeit sowohl die Flussgeschwindigkeit der Blutspende als auch die Dauer der Filtration (Leukozytendepletion) zu variieren bzw. realitätsgetreu beeinflussen zu können. Eine realistische Darstellung der Punktionsstelle am lebenden Menschen ist erfahrungsgemäß wichtig, jedoch herausfordernd. Die Verwendung großlumiger Spendenadeln schränkt die Nutzbarkeit von i.v.-Skilltrainern stark ein, da diese nach der Punktion nicht mehr abdichten und daher nur einmal verwendet werden können. Durch die Nutzung üblicher Querschnittsartikel sowie von anfallendem Restmaterial konnte ein günstiger, sicherer Punktionssimulator entwickelt werden, der durch die Kombination mit selbsthergestellter Kunsthaut eine kostengünstige, realitätsnahe Simulationsmöglichkeit bietet. Durch die Verwendung von PEG-Beuteln als Kunstblutvorrat kann jede Spendemenge und -dauer realitätsgetreu und mit handelsüblich verfügbaren Artikeln dargestellt werden. Durch die Entwicklung von Kunstblut-Rezepturen, basierend auf marktverfügbaren Produkten wird das temperatur- bzw. umgebungsabhängige Verhalten von Blut während der Leukozytendepletion realitätsnah nachgeahmt, sodass Filtrationsintervalle von 12 bis 25 Minuten zuverlässig dargestellt werden können.
So werden die Teilnehmenden am 3. Tag der Ausbildung nahezu ausschließlich in der praktischen Durchführung der ganzheitlichen Handlung, von der Indikationsstellung über die Spenderauswahl und -untersuchung bis hin zur -aufklärung, zur Vollblutspende und schließlich dem Beginn der Transfusion ausgebildet. Nach der Ausbildung in den Einzelschritten beziehungsweise in „cleaner Umgebung“ in Lehrräumen unter leichten Bedingungen in den beiden Vortagen, erfolgt der 3. Ausbildungstag unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei erfolgt die Ausbildung in vollständigem Gefechtsanzug und grundsätzlich in Außenbereichen. Ziel ist es, ab dem Erstkontakt mit dem Spender binnen 45 Minuten transfusionsbereit zu sein. Hier werden 12 Teilnehmende von 4 Instruktoren ausgebildet und bewertet.
Prüfungsmodalitäten
Die Auswertung der Ausbildung erfolgt analog zur praktischen Prüfung anhand eines standardisierten Prüfbogens, der sämtliche Einzeltätigkeiten der ganzheitlichen Handlung in 30 Schritten umfasst.
Fehler werden in drei Kategorien eingeteilt:
– rot: unmittelbar lebensgefährdend (z. B. major-inkompatible Transfusion),
– gelb: mittelbar gefährdend, jedoch nicht unmittelbar vital bedrohlich,
– grün: Fehler von geringer Relevanz.
Je vier Fehler einer Kategorie entsprechen einem Fehler der nächsthöheren Kategorie.
Am darauffolgenden Ausbildungstag absolvieren die Teilnehmenden die Einzelprüfungen. Die Prüfung stellt einen wichtigen Baustein der Ausbildung dar, um damit die zu fordernde hohe Güte der Fähigkeit der zukünftigen Anwender zu sichern und nachzuweisen. Die Prüfungen werden schriftlich, mündlich und praktisch vor einer Prüfkommission abgelegt. Diese besteht aus zwei gleichberechtigten Prüfern, je einem ärztlichen und einem nichtärztlichen Instruktor. Im Fall, dass unter den Prüfern keine Einigung in der Bewertung erzielt werden konnte, muss die praktische Prüfung vor 3 Prüfern wiederholt werden. Dieser Fall ist bislang noch nie eingetreten.
Die schriftliche Prüfung dauert 60 Minuten und umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen mit einer Bestehensgrenze von 75 %. Anschließend erfolgt die praktische Prüfung mit derselben Zeitvorgabe von 45 Minuten, von Spenderkontakt bis zur Transfusionsbereitschaft. Ab einem roten Fehler gilt die Prüfung als nicht bestanden. Als letzter Prüfungsabschnitt wird die mündliche Prüfung direkt im Anschluss an die praktische absolviert. Hier bekommen Teilnehmende 25 Fragen aus verschiedenen Themengebieten des Kurses gestellt, der Zeitumfang der Prüfung beträgt ca. 30 Minuten. Es gelten die gleichen Bewertungsgrenzen wie im schriftlichen Prüfungsabschnitt. Die Bewertung erfolgt abgestuft in Schulnoten 1–6; für das Bestehen ist ein Notenschnitt von mindestens 4,49 erforderlich. Dabei kann die schriftliche Note die mündliche ausgleichen und umgekehrt. Die praktische Prüfung ist ein Sperrfach, d. h. das Ergebnis muss zum Bestehen mindestens 4 betragen. Bei sehr guten Prüfergebnissen wird ein Instruktoren-Potential (IP) ausgesprochen, was Teilnehmende grundsätzlich für eine weiterführende Ausbildung zum Instruktor auszeichnet bzw. dafür benötigt wird. Zum Instruktor-Potential darf keine der drei Teilnoten schlechter als 2 sein, das Gesamtergebnis muss 90 % oder besser sein. Das IP muss hier durch beide Prüfer bestätigt werden und legt den Schwerpunkt auf eine fachlich sichere Beantwortung beziehungsweise auf ein erkennbares tiefes fachliches Verständnis in den erfragten Gebieten (Abbildung 3).
Abb. 3: Neuer Algorithmus zur Vollblutspende als Taschenkarte (Quelle: Bundeswehr, Verfahrensanweisung Vollblut)
Der Lernfortschritt der Teilnehmenden lässt sich anhand der Ergebnisse des Pre-Tests und der Abschlussprüfung (n = 266) objektiv messen. Die Leistungsentwicklung entspricht der subjektiven Zufriedenheit der Teilnehmenden.
Für Fachärztinnen und -ärzte für Anästhesiologie mit absolvierter Weiterbildung zum Transfusionsbeauftragten (Fachkunde Transfusionsmedizin) kann seit 2025 ein verkürztes Ausbildungsformat mit einem Gesamtumfang von 2 Tagen angeboten werden. So wird Schlüsselpersonal mit hoher Routine und Expertise weniger durch Abwesenheiten belastet. Teilnehmende erhalten denselben Zugang zum self-paced E-Learning; in Verbindung mit dem hohen Ausbildungsstand wird der theoretische Ausbildungsanteil auf das notwendigste Minimum von zwei Unterrichtseinheiten zugunsten der praktischen Ausbildung reduziert. Um zusätzlich das Maximum an praktischer Ausbildungszeit zu erhalten, erfolgt die Prüfung durch 3 Prüfkommissionen und 6 Teilnehmende. Dadurch und durch die Parallelisierung der schriftlichen mit den praktisch-mündlichen Anteilen in zwei Prüfgruppen kann der Gesamtzeitanteil der Prüfung auf 3 Stunden begrenzt werden. Die Modalitäten der Abschlussprüfung sind identisch zur regulären Anwenderausbildung.
Instruktoren-Ausbildung
Trotz der Herausforderungen durch die SARS-CoV-2-Pandemie begann nach einer Pilotphase 2021 eine einwöchige Instruktorenausbildung durch die Expertenarbeitsgruppe Vollblut am BwKrhs Berlin. Im Zuge der Anwenderausbildung und der neuen Ausbildungsschwerpunkte wurde 2023 die bisherige Instruktorenausbildung an das Ausbildungs- und Simulationszentrum des Sanitätsregiments 3 alloziert, strukturell und inhaltlich angepasst und dort weitergeführt.
Die Instruktorenausbildung besteht, analog zu international validierten Trainingsformaten, aus den Modulen 1 „Preparation Course“ und 2 „Mentoring“.
Modul 1 „Preparation Course“ umfasst eine Ausbildungswoche und behandelt Planung, Organisation und Durchführung der Anwenderausbildung, Ausbildungsinhalte, Lehrmeinungen sowie Vorgaben für eine einheitliche, standardisierte Ausbildung. Obligatorisch sind Lehrproben sowie eine intensive praktische Ausbildung mit Fokus auf Vermittlung, Prüfung, didaktische Kompetenz, Teamführung sowie Evaluation und Weiterentwicklung. Den Abschluss bildet eine ganzheitliche Bewertung; eine formale Prüfung ist nicht vorgesehen.
Modul 2 „Mentoring“ folgt innerhalb von höchstens sechs Monaten nach Modul 1 und dauert ebenfalls eine Woche. Unter Aufsicht erfahrener Instruktoren am Ausb-/SimZ SanRgt 3 führen die Kandidatinnen und Kandidaten mindestens einen Lehrgang „Vollblutspende Anwender“ eigenverantwortlich durch. Auch hier erfolgt keine Abschlussprüfung, sondern eine ganzheitliche Bewertung.
Die Qualifikation zum Instruktor für Vollblutspende setzt das Absolvieren beider Module voraus. Sie ist für ärztliches und nichtärztliches Personal gleichermaßen 24 Monate gültig. Die Lehrbefähigung wird durch aktive Instruktorentätigkeit aufrechterhalten, innerhalb von 24 Monaten müssen mindestens zwei reguläre Anwenderlehrgänge begleitet werden. Die Aufrechterhaltung der Qualifikation erfolgt durch die Verlängerung der Anwenderqualifikation.
Fazit
Die Implementierung eines strukturierten Vollblutprogramms adressiert die zeitkritische Behandlung lebensbedrohlicher Blutungen unter logistisch eingeschränkten Bedingungen. Der interprofessionelle Ansatz erweitert die Handlungsmöglichkeiten erheblich, ohne regulatorische Sicherheitsstandards zu kompromittieren.
Das vorgestellte Konzept verbindet operative Flexibilität mit transfusionsrechtlicher Sicherheit und stellt ein strukturiertes, qualitätsgesichertes Modell für den militärischen Einsatz dar. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist national die einzige Institution [4], die diese Fähigkeit abbildet und vermittelt. Hieraus ergeben sich perspektivisch Möglichkeiten für eine weiterführende internationale sowie zivil-militärische Zusammenarbeit im Rahmen der Militär- und Katastrophenmedizin.
Kernaussagen
- Die traumatische Hämorrhagie ist eine der führenden vermeidbaren Todesursachen im militärischen Einsatz.
- Vollblut ermöglicht eine logistisch robuste Notfalltransfusion, auch unter ressourcenlimitierten Bedingungen.
- Die Ausbildung ist interprofessionell, simulationsbasiert und konsequent in die transfusionsrechtlichen Vorgaben eingebettet.
- Ärztliches und nichtärztliches Fachpersonal wird strukturiert und qualitätsgesichert zur Anwendung befähigt.
- Das Konzept vereint regulatorische Sicherheit mit operativer Handlungsfähigkeit.
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Erklärung zum Interessenkonflikt:
Die Verfasser erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Vorgaben des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
Manuskriptdaten
Zitierweise
TeufelM, SauerD, JänigC, PreinC, MarkmeyerT, Ammann J. Die Vollblut-Ausbildung im Sanitätsdienst der Bundeswehr – Konzept, Implementierung und Qualifikationsprofil. WMM 2026;70(5):221-226.
DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-881
Für die Verfasser
Oberfeldarzt Martin Teufel
Ausbildungs- und Simulationszentrum, Sanitätsregiment 3
Auf dem Lerchenfeld 1, 89160 Dornstadt
E-Mail: martinteufel@bundeswehr.org
Manuscript Data
Citation
Teufel M, Sauer D, Jänig C, Prein C, Markmeyer T, Ammann J. Whole Blood Training Program in the Bundeswehr Medical Service – Concept, Implementation, and Qualification Profile. WMM 2026;70(5E):6.
DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-882
For the Authors
Lieutenant Colonel (MC) Martin TEUFEL
Training and Simulation Center Sanitätsregiment 3
Auf dem Lerchenfeld 1, D-89160 Dornstadt
E-Mail: martinteufel@bundeswehr.org