Wehrmedizinische Monatsschrift

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Inhaltsverzeichnis
Editorial
Editorial
Internistische Sonografie
Die internistische Sonografie – ein Überblick

Internistische Sonografie
Perkutane ultraschallgestützte Interventionen


Internistische Sonografie
Sonografie in der Gastroenterologie:​ Klinische Entscheidungsfindung im militärmedizinischen Alltag





Internistische Sonografie
Stellenwert der Endosonografie im interdisziplinären diagnostischen Algorithmus



Internistische Sonografie
Herzultraschall zwischen Ambulanz,​ Station und Einsatzmedizin am Bundeswehrkrankenhaus Berlin


Internistische Sonografie
Duplexsonografie in der Angiologie

Internistische Sonografie
Sonografie und endobronchialer Ultraschall in der Pneumologie



Internistische Sonografie
Point-of-care-Ultraschall (POCUS) bei Infektionskrankheiten



Erratum
Erratum zum Beitrag:​ Das Potenzial im Fokus:​ Innovationen im Auswahlprozess des Kommando Spezialkräfte
Internistische Sonografie
Sonografie in der Hämatologie und in der internistischen Onkologie


Internistische Sonografie
Sonografie in der militärischen Notfallmedizin


Varia
Der Einfluss von Hüft-Totalendoprothesen und funktioneller Hüftgelenksbandage auf die posturale Stabilität






Varia
Einfluss der Menstruationszyklusphasen auf die sportliche ­Leistungsfähigkeit:​ Eine systematische Übersichtsarbeit unter ­Berücksichtigung hoher methodischer Standards






Aus dem Sanitätsdienst
ZUM 80.​ GEBURTSTAG Generalarzt a.​ D.​ Dr.​ Erich Rödig
Aus der Leserschaft
Leserbrief zur Publikation "Prähospitale Bluttansfusion" (WMM 5/​2026)
Tagungen und Kongresse
Kongressankündigung und Hinweis auf die Preiswettbewerbe
Mitteilungen der DGWMP e.​ V.​
Geburtstage August 2026

Aus dem Sanitätsdienst PDF

ZUM 80. GEBURTSTAG
Generalarzt a. D. Dr. Erich Rödig

Wir gratulieren heute Generalarzt a. D. Dr. Erich Rödig zu seinem 80. Geburtstag, den er am 2. Juni feiern konnte. Für diejenigen, die ihn persönlich kennen, ist er die „Inkarnation des Flugmediziners“. Er ist gebürtiger Bayer und – wie er immer wieder selbst betonte – „Texan from the grace of God“.

Nahezu das gesamte Berufsleben von Erich Rödig war der Flugmedizin gewidmet. Nach dem Medizinstudium in Berlin und München weckten erste Erfahrungen als Truppenarzt im damaligen Aufklärungsgeschwader 52 in Leck in ihm den Wunsch, einmal als hauptamtlicher Fliegerarzt in dieses F4F „Phantom“-Geschwader zurückzukehren – aber erst verschaffte er sich durch Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin eine solide fachliche Basis. Nach seiner Fliegerarztzeit in Leck mit zahlreichen Stunden im Cockpit der „Phantom“ zog es ihn 1986 als Fachabteilungsleiter I (Innere Medizin) an das damalige Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck.

Von 1990 bis 2000 lenkte er als Oberstarzt aus der Position des Fachabteilungsleiters 2 (Flug- und Wehrmedizin,Betriebs- und Umweltmedizin) in der Dienststelle des Generalarztes der Luftwaffe in Lohmar-Heide die deutsche militärische Flugmedizin. Im Jahre 2001 übernahm er als Generalarzt die Leitung des Flugmedizinischen Instituts, bevor er als Höhepunkt seiner beeindruckenden Karriere 2002 zum Generalarzt der Luftwaffe an den Standort Siegburg berufen wurde. Er blieb in dieser Verwendung bis 2008 und führte in dieser Zeit den Sanitätsdienst der Luftwaffe erfolgreich und mit Weitblick in einer Zeit, in der der Spagat zwischen Reduzierungen und Erhalt von Fachkompetenz nicht immer einfach war.

Besonders große Verdienste erwarb sich Dr. Rödig um die internationale Zusammenarbeit. Neben seinem Wirken in verschiedenen NATO-Gremien (AGARD, STO, RTO) sowie in der Kooperation mit der US Air Force förderte er mit Nachdruck eine enge europäische Zusammenarbeit. Der seit 2004 jährlich durchgeführte Europäische Fliegerarztlehrgang und die jährliche Europäische Fliegerarzttagung in Ramstein bzw. Oberammergau zeugen davon – mit einer damals noch nicht absehbaren heutigen Bedeutung. Die Verleihung der Von-Kármán-Medaille der NATO Science and Technology Organization und des Marie Marvingt-Awards der französischen Fliegerarztgesellschaft zeugen von der großen Wertschätzung gegenüber Erich Rödig – einer „Institution“ in der internationalen Flugmedizin bis heute.

Generalarzt Dr. Rödig ist auch heute noch stets in der Lage zu nahezu jedem flugmedizinischen Thema eine fundierte Bewertung abzugeben, die in ihrer fachlichen Tiefe beeindruckt – und das nicht nur bei klinischen Fragestellungen. Nach wie vor im In- und Ausland, insbesondere in den befreundeten NATO Staaten, bestens vernetzt, ist sein Rat auch heute noch allseits hochgeschätzt.

Generalarzt a. D. Dr. Rödig genießt am Chiemsee das Leben mit seiner Familie, betreut seine Enkel, freut sich über regelmäßige Einladungen zu internationalen flugmedizinischen Tagungen und steht als Mentor den „Jungen“ mit seinem Rat gern zur Verfügung. Er lebt weiterhin für die Flugmedizin.

Seine Karriere in der Bundeswehr und sein Lebensweg sind etwas ganz Besonderes – nicht ohne Grund erklang bei seinem Abschied auf dem Marktplatz in Siegburg als letztes Musikstück „I did it my way!“

Wir wünschen ihm zu seinem 80. Geburtstag alles erdenklich Gute und viele weitere glückliche Jahre.

Dr. Bernhard Groß
Generalarzt der Luftwaffe

 
Aus der Leserschaft PDF

Leserbrief zur Publikation

Jänig C, Hossfeld B. Prähospitale Transfusion im zivilen und militärischen Bereich: Systematische Evidenzanalyse zu lyophilisiertem Plasma, Erythrozytenkonzentraten, Vollblut und Fibrinogen. WMM 2026;70(5):231–238.

Sehr geehrte Redaktion der Wehrmedizinischen Monatsschrift,

herzlichen Glückwunsch zum Monatsheft Mai 2026. Es thematisiert in einer sehr guten Übersicht das Thema Blut und die Blutkomponententherapie.

Der Beitrag der Kollegen Christoph Jänig und Björn Hossfeld widmet sich der Evidenzlage zur prähospitalen Bluttransfusion und bietet eine kompakte Übersicht für die Leserin und den Leser der WMM. Die Studien sind sehr gut recherchiert und aufgearbeitet. Leider offenbart sich jedoch eine Schwäche bei der Schlussfolgerung und dem Fazit, was in der Leserschaft nicht ganz richtige Annahmen erzeugt. Hier nimmt sich der Artikel selbst die Möglichkeit, den entscheidenden Impact für die sanitätsdienstliche Versorgung der Zukunft und deren Ableitungen zu generieren.

Schaut man sich die zitierte Studie von Shackelford et al. (2017) genauer an, erkennt die geneigte Leserin und der geneigte Leser, dass der Überlebensvorteil der Transfusion nur innerhalb eines Zeitfensters von höchstens 15 Minuten besteht (HR 0,17; p=0,02). Bei einer Transfusion nach 16 Min. war kein signifikanter Überlebensvorteil mehr nachweisbar. Es handelt sich hierbei um einen extrem zeitkritischen Vorteil.

Dieser Punkt fehlt mir vollständig in den Schlussfolgerungen und im Fazit. Der „kontextabhängige Effekt“ basiert nicht nur auf den vier genannten Punkten, sondern wesentlich auch auf dem Zeitpunkt der Gabe. Dieses Problem gilt es, beim Gefechtsfeld der Zukunft mit seiner Technological Exclusion Zone anzugehen.

In Conclusio bedeutet dies, dass wir nicht nur die Chirurgie zum Verwundeten bringen müssen, sondern auch das Blut!

Oberfeldarzt i.G. Dr. Daniel Christian Hinck, M.Sc.
Referatsleiter MED Policy
Abteilung JMed/Operatives Führungskommando der Bundeswehr
E-Mail: danielchristianhinck@bundeswehr.org">danielchristianhinck@bundeswehr.org

Antwort der Autoren

Sehr geehrter Kollege Hinck,

wir danken Ihnen ausdrücklich für Ihre Zuschrift sowie die differenzierte Auseinandersetzung mit unserem Beitrag zur prähospitalen Blutproduktgabe.

Sie heben einen entscheidenden Aspekt hervor: die ausgeprägte Zeitabhängigkeit des Effekts prähospitaler Transfusionsstrategien. Insbesondere die Daten von Shackelford et al. zeigen eindrücklich, dass die Daten aus Afghanistan einen Überlebensvorteil vor allem für Transfusionen innerhalb eines sehr frühen Zeitfensters bestätigen, der mit zunehmender Verzögerung deutlich abnimmt.

Allerdings sehen wir ein grundlegendes Problem in der Frage nach einem Überlebensvorteil. Im Rahmen der ‚evidence-based medicine‘ sind Wissenschaftler bemüht, Verbesserungen im Outcome der Patienten zu beweisen. Traumaversorgung ist jedoch, wie wir alle wissen, ein äußerst komplexes multidisziplinäres Feld aus Notfallversorgung, Stabilisierung im Schockraum, diversen operativen Eingriffen, Intensivtherapie und Rehabilitation. In diesem vielschichtigen Umfeld den Einfluss einer prähospitalen ­Transfusion auf das Überleben, z. B. nach 30 Tagen, zu untersuchen, hat nach unserer Betrachtung denselben Stellenwert wie den Effekt eines Energiedrinks im Basislager auf den Gipfelerfolg am Mount Everest beweisen zu wollen.

Ziel unseres Artikels war insbesondere ein Evidenzabgleich zwischen zivilen europäischen, US-amerikanischen und militärischen Versorgungssystemen. Die Unterschiede der Ergebnisse lassen sich aus unserer Sicht wesentlich durch die Dauer der prähospitalen Phase sowie die jeweiligen strukturellen und taktischen Rahmenbedingungen erklären, nicht jedoch durch die prähospitale Transfusion allein.

Dementsprechend war uns eine bewusst vorsichtige Formulierung der Schlussfolgerungen wichtig.

Die angesprochene Arbeit von Shackelford et al. stellt eine hochrelevante militärmedizinische Registeranalyse unter Realbedingungen prolongierter Evakuierung dar und liefert wichtige Hinweise auf einen potenziellen Nutzen einer frühen Hämotherapie. Dennoch handelt es sich – wie bei vielen militärmedizinischen Publikationen – um eine retrospektive Beobachtungsstudie mit den bekannten Limitationen möglicher Selektions- und Survivorship-Bias. Zudem analysieren und vergleichen viele Arbeiten unterschiedliche Hämotherapiestrategien, darunter Vollblut-, Plasma- und Komponentenstrategien, sodass die kausale Zuordnung einzelner Effekte weiter erschwert wird.

Aus unserer Sicht der Autoren erlaubt die derzeitige Evidenzlage daher keine generelle, systemunabhängige Empfehlung, auch wenn wir die Auffassung ausdrücklich teilen, dass eine frühzeitige Hämotherapie bei prolongierter Versorgung und schwerer Hämorrhagie einen positiven Einfluss auf das Überleben haben kann.

Unter Bedingungen prolongierter Evakuierung, eingeschränkter Luftüberlegenheit und sogenannter „tech­nological exclusion zones“ gewinnt die frühzeitige ­Bereitstellung hämostatisch wirksamer Blutprodukte entscheidend an Bedeutung. Dies spiegelt sich inzwischen auch in der neuen Konzeption „Versorgung mit Blutprodukten in der Bundeswehr“ wider, die die Bereitstellung von Blutprodukten bereits in der Prähospitalphase ausdrücklich berücksichtigt.

Im Namen der Autoren

Flotillenarzt Dr. Christoph Jänig
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz
Rübenacher Str. 170, D-56072 Koblenz
E-Mail: christoph.jaenig@gmail.com

 

Zeitschriften
Wehrmedizinische Monatsschrift – Impressum/Datenschutz

Redaktion: Generalarzt a. D. Prof. Dr. med. Horst Peter Becker, MBA, Auf der Hardt 27, 56130 Bad Ems, Mobil +49 171 215 0901, E-Mail: hp.becker@cpm-verlag.de 

Herausgeber: Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, Integrierte Kommunikation/Fachinformations- und Medienarbeit im Auftrag des Befehlshabers des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Von-Kuhl-Straße 50, 56070 Koblenz, Telefon: +49 261 896 12300, E-Mail: KdoGesVersBwIKoFaM@bundeswehr.org 

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